Gewaltprävention und Soziales Lernen an der Burgbergschule                         Stand 2010

                                                       wichtige Bausteine

Am Anfang

Nach der Einschulung lernen die Schüler nach einer Phase des gegenseitigen Kennenlernens und der Eingewöhnung auch die an der Burgbergschule geltenden Regeln kennen. Da die Erstklässler noch nicht lesen können, haben wir Piktogramme entwickelt. Diese dienen dazu, die Regeln im Klassenverband zu erarbeiten, zu verdeutlichen und im Gedächtnis der Kinder zu verankern. Aus diesem Grund sollten sie für alle gut sichtbar im Klassenraum aufgehängt werden.

Die Eltern bekommen die Regeln nach der Einschulung Ihrer Kinder an einem der ersten Elternabende mit dem „Erziehungsvertrag“ Leben und Lernen unter einem Dach in schriftlicher Form, um deren Gewicht und Verbindlichkeit vom Beginn des Schulbesuches an zu unterstreichen.

Nach den Sommerferien werden in jedem Schuljahrgang die Regeln neu besprochen, wiederholt und vertieft, um die Kenntnis dieser aufzufrischen und weiterhin zu gewährleisten.

Damit deren Verbindlichkeit für uns als Schule und Kollegium ebenfalls deutlich wird, haben wir Leitsätze für die Arbeit und das Zusammenleben an der Burgbergschule formuliert, in denen der gewältfreie bzw. gewaltpräventive Umgang miteinander als Grundgedanke unserer gemeinsamen Ausbildungs-und Erziehungsarbeit fest verankert ist.

Wichtig für die Gewaltvermeidung und Vorbeugung ist ebenfalls das Angebot an sinnvollen Tätigkeiten und Spiel- sowie Bewegungsmöglichkeiten in den Pausen und Übergangszeiten. Hier bietet die Burgbergschule vom Beginn der Schulzeit an einen großräumigen Schulhof mit zusätzlich nutzbaren Freiflächen (Labyrinth, Wiese …) sowie eine Schülerbücherei

und die Spielzeugausleihe in den Pausen.

 

Arbeit in den Klassen

Im Unterricht in den Klassen ergeben sich Wichtigkeit und Notwendigkeit des gewaltfreien und gewaltpräventiven Umgangs miteinander aus der alltäglichen Situation.

Beim Lernen am Arbeitstisch, bei der Partner- oder Gruppenarbeit aber auch beim Pausenspiel und in der Bücherei… ist ein hohes Maß an Sozialer Kompetenz notwendig und wird täglich aufs Neue gefordert, gefördert und eingeübt.

Soziales Lernen und Gewaltprävention wird an der Burgbergschule selbst zum Unterrichtsthema, wenn es in den Fächern Deutsch, Religion und Sachkunde darum geht, wie Menschen miteinander umgehen, an welche Regeln wir uns in unserer Gesellschaft halten wollen und müssen, welche Gefühle wir haben und wie wir diese zum Ausdruck bringen. Immer wieder werden Themen aus diesem Bereich aufgegriffen, besprochen, Geschichten und Situationen analysiert und erörtert.

Wenn das Thema ein besonderes Gewicht hat (z.B. aufgrund der Zusammensetzung einer Klasse oder eines aktuellen Vorfalls…), kann bei der Arbeit in den Klassen auf das Trainingsprogramm FAUSTLOS zurückgegriffen werden.

Auch ein „Token-Programm“ zur positiven Verstärkung wünschenswerten Verhaltens, das Smiley-Rennen, kann in den ersten Klassen eingesetzt werden.

In allen Klassenstufen gibt es die Möglichkeit, eine mehrstündige Unterrichtseinheit zum Thema Gefühle zeigen - Gefühle erkennen durchzuführen.

Die vierten Klassen diskutieren im Klassenverband (evtl mit der Klassenlehrerin oder dem Beratungslehrer) über einen von der Polizei zur Verfügung gestellten Film („Abseits“). Dieser stellt die Themen Mobbing/Vandalismus/Erpressung/körperliche Gewalt dar. Er kann als Aufhänger dienen, um ähnlich gelagerte Konflikte im Klassenverband zu bearbeiten.

In einigen Klassen wurde in den vergangenen Jahren (durch Eltern initiiert…) ein Programm zur Stärkung des Selbstvertrauens und zur Einübung richtigen Verhaltens in Konfliktsituationen (Deeskalation) durch den Verein MSD Northeim (Modern Self Defense) durchgeführt.

Ein ähnliches Programm bietet auch die Kreisjugendpflege Osterode mit WEN-DO an. Hiefür sind bestimmte Teilnehmerzahlen erforderlich und es entstehen zusätzliche Kosten.

 

Kooperation

Die Burgbergschule soll ein Ort sein, an dem die Schüler in positiver Atmosphäre angstfrei arbeiten und lernen können und an dem sie in Pausenzeiten und im Sportunterricht ihrem Bewegungsbedürfnis nachkommen können.

Auch negative Erfahrungen und Erlebnisse gehören zum Schulalltag. Auf deren Bewältigung, z.B. einen kompetenten Umgang mit Frustrationserlebnissen, muss die Schule ebenso vorbereiten wie auf Rücksichtnahme und Selbsteinschätzung sowie Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse.

Das Spektrum der Kompetenzen für ein gutes Sozialverhalten, das die Durchsetzung dieser eigenen Bedürfnisse ohne Gewalt ermöglicht, ist groß.

 

Die Schule baut hierbei zuerst auf die Kooperation mit den Eltern. Im persönlichen Gespräch aber auch bei regelmäßig stattfindenden Elternabenden lassen sich Informationen austauschen, Missverständnisse ausräumen, Sachverhalte erklären, Ziele formulieren.

  Zusammenarbeit findet ebenfalls mit dem Amt für Kinder- und Jugendschutz des Landkreises Northeim (Einzelfallhilfe und Kooperationstreffen zur Prävention), mit der Erziehungsberatungseinrichtung des Landkreises, mit dem VereinTreffpunkt als Hilfs- bzw. Betreuungsangebot für sozial Benachteiligte statt.

Auch die erfolgreichen Kooperationen mit dem Judoverein Katlenburg sowie den vier der Burgbergschule zugeordneten Kindergärten sind im Zusammenhang mit dem Thema Gewaltprävention/Soziales Lernen zu nennen. Bei regelmäßigen Treffen (Projekt Brückenjahr) werden Informationen ausgetauscht, Aktionen geplant und organisatorische Maßnahmen aufeinander abgestimmt.

Die Polizei Northeim/Osterode bietet mit dem Einsatz eines Kontaktbereichsbeamten als Ansprechpartner und dem „Programm Polizeiliche Kriminalprävention“ eine weitere Möglichkeit, in unserer Schule im o.g. Sinne tätig zu werden. Dieses Angebot nehmen wir gern in Anspruch. Hierbei wurde z.B. im vergangenen vierten Schuljahr die Gewaltproblematik noch einmal aus einer neuen, der polizeilich-gesetzlichen Perspektive, professionell beleuchtet.

Zusammenarbeit wird auch regelmäßig in Form „Runder Tische“ praktiziert, wenn es darum geht, einen konkreten Fall zu erörtern und Lösungsansätze für Konflikte bzw. Lern- und Verhaltensprobleme vorzubereiten oder herbeizuführen. Hierbei finden gegebenenfalls auch Gespräche zwischen LehrerInnen und behandelnden ÄrztInnen/Kinder und JugendpsychologInnen, (selbstverständlich unter Berücksichtigung des Gebotes der Schweigepflicht/Schweigepflichtsentbindung) statt.

Bei zusätzlichem Beratungsbedarf  kann die Schulpsychologin kontaktiert und mit einbezogen werden, um professionelle Unterstützung bei der Lösung von Problemen zu erhalten.

 

Im Konfliktfall

Täglich treten im Schulalltag Konflikte auf. Beim Streit um das Radiergummi hat ein Schüler den anderen geschlagen, in den Haaren gezogen, an der Schlange am Bus hat jemand vordrängelt … . Dies sind die täglichen Probleme, die es in Zukunft (in vielleicht anderer Form, aber prinzipiell gleichartig) gewaltfrei zu lösen gilt.

Diese Situationen des Alltags bereiten auf die Sozialen Kompetenzen jedes Einzelnen vor. Situationen wie diese sind es , die täglich in Pausen, im Unterricht, bei der Busfahrt etc beobachtet, wahrgenommen und selbst erlebt werden.

Zur gewaltfreien Bewältigung benötigen die Schüler unserer Schule zunächst die Zuwendung und Aufmerksamkeit: Zuhören, Hinsehen, Zeit nehmen sowie konsequent, gerecht, bedacht zu handeln ist die Aufgabe der LehrerInnen und Eltern.

Einen (Zeit-)Raum für die Konfliktbewältigung/ein Gespräch zur Verfügung stellen - die Perspektiven aller Beteiligten beachten – vorurteilsfrei und gerecht handeln.

Diese Bedingungen zu erfüllen, ist im Schulalltag nicht immer einfach, aber doch sehr wichtig. Hier sind alle an unserer Schule Beteiligten gefordert und bemüht, ein Lernen im oben beschriebenen Sinn zu realisieren. Mit dem Einsatz des Beratungslehrers, gibt es eine zusätzliche Möglichkeit, Unterstützung bei dieser Arbeit zu bekommen.